Vorschau: Zug 94
Zug 94 ist zurück in der 1. Liga Classic. Unter Trainer David Cos Gayon gelang im Sommer die langersehnte Rückkehr in die vierthöchste Spielklasse, nachdem seine Vorgänger Martin Dosch und Thomas Jent jeweils knapp am Aufstieg gescheitert waren.
Für die Innerschweizer ist es zugleich eine Rückkehr zu alten Gewohnheiten, denn bereits zuvor war der Verein während zehn Saisons ununterbrochen Stammgast in der 1. Liga Classic. Gegründet wurde der Klub 1994 durch die Fusion des SC Zug und des FC Zug. Der SC Zug schrieb in den Achtzigerjahren Fussballgeschichte, als er unter dem jungen Trainer Ottmar Hitzfeld sensationell in die Nationalliga A aufstieg – für Hitzfeld war es der Beginn einer aussergewöhnlichen Karriere, die ihn später zu einem der erfolgreichsten europäischen Trainer überhaupt machen sollte. Heute trägt Zug 94 seine Heimspiele im Stadion Herti-Allmend aus, das bis zu 6 000 Zuschauer fasst.
Die abgelaufene Saison 2024/25 verlief für Zug 94 nahezu perfekt. Mit 22 Siegen, 6 Unentschieden und nur 2 Niederlagen dominierte das Team seine Gruppe in der 2. Liga interregional und machte den Aufstieg bereits drei Runden vor Schluss klar. Auch im Schweizer Cup wusste die Mannschaft zu überzeugen und sicherte sich dank eines 2:1-Siegs gegen den FC Bosporus die Teilnahme am Hauptwettbewerb. Zum Saisonabschluss feierte man den Erfolg mit einem 3:0-Heimsieg gegen Thalwil und einer grossen Aufstiegsparty zusammen mit den Fans.
Auch in der neuen Spielzeit hat Zug einen positiven Start hingelegt. Nach einem 2:2-Unentschieden in Münsingen folgte ein umkämpfter 2:1-Heimsieg gegen den FC Wohlen, ehe man sich im Cup in einem dramatischen Duell gegen Mendrisio nach Penaltyschiessen mit 5:4 durchsetzen konnte. Mit diesem Schwung reist die Mannschaft nun zum Nachtragsspiel des zweiten Spieltags nach Grenchen, wo der FC Besa Biel während der Umbauarbeiten in der Tissot Arena sein Abendspiel austragen muss.
Für uns ist dieses Duell mehr als nur eine Partie im Kampf um Punkte. Vor zwei Jahren war es ebenfalls Zug 94, das unsere Cupträume frühzeitig beendete. Im August 2023 unterlagen wir der damals von Thomas Jent trainierten Mannschaft im heimischen Längfeld 2 mit 1:3 und verpassten damit den Einzug in den Schweizer Cup. Noch sieben Spieler aus dem aktuellen Kader standen damals auf dem Platz und erinnern sich ungern an diese Niederlage. Umso grösser dürfte der Ansporn sein, sich nun für dieses bittere Kapitel zu revanchieren.
Auch wenn Zug mit viel Selbstvertrauen anreist, ist die Ausgangslage nicht ohne Fragezeichen. Mit Dein Barreiro fehlt nach seiner roten Karte im Spiel gegen Wohlen ein wichtiger Akteur, und dennoch haben die Zuger ihren Kader im Sommer clever verstärkt. Mehrere Spieler vom Absteiger Rotkreuz schlossen sich der Mannschaft an, zudem stiessen mit Diego Martin (Cham) und Torhüter Matthias Grob (Rapperswil) erfahrene Akteure aus der Promotion League hinzu.
Der Saisonstart ist für uns mit zwei Niederlagen gegen starke Gegner wie Solothurn und den Absteiger Delémont zwar misslungen, doch das Spiel gegen Zug bietet eine willkommene Gelegenheit, den Schalter umzulegen. Angesichts der sportlichen Vorgeschichte und der aktuellen Konstellation verspricht die Begegnung auf neutralem Platz in Grenchen eine Menge Brisanz.
Kommentare (1)
Ernst Gehren
Sehr gut geschrieben und sehr neutral. Danke.