Verdienter Punkt in Zug
Zug 94 und unser FC Besa Biel trennten sich in einem fairen, aber selten unterhaltsamen Spiel mit einem 0:0-Unentschieden der schlechteren Sorte.
Auf dem schwer bespielbaren Terrain der legendären Herti Allmend – wo Trainerlegende Ottmar Hitzfeld 1983 seine ersten Schritte als Trainer machte und den damaligen SC Zug prompt in die Nationalliga A führte – neutralisierten sich beide Teams weitgehend im Mittelfeld. Es gab viele Entscheidungsfehler auf beiden Seiten, wenige echte Spielhighlights und ein gegenseitiges Blockieren, das kaum Torchancen zuliess.
Der FC Besa Biel war fest entschlossen, beim Aufsteiger Zug 94 den ersten Sieg der Rückrunde zu landen – nach dem 0:1 gegen Solothurn in der Vorwoche wollte man endlich wieder punkten und idealerweise gewinnen. Entsprechend forsch und aufgedreht trat die Mannschaft von Trainer Skrzypczak in den ersten Minuten auf: Abwarten, dem Gegner das Spieldiktat überlassen und dann überfallartig zum Gegenangriff ansetzen.
Schon früh zeigte sich diese Taktik als vielversprechend. In der 9. Minute hätte sie Früchte tragen können, als Sheholli einen langen Freistoss aus der eigenen Platzhälfte von Jakob zugespielt erhielt und Torwart Mathias Grob überlobte – der Ball traf jedoch nur die Latte. Nur drei Minuten später (12.), zog der blendend aufgelegte Bouazzi nach einem herrlichen Zuspiel in die Tiefe von Osmanovic alleine in Richtung Grob, erwischte den Ball aber nicht richtig und vergab die mit Abstand grösste Chance des gesamten Spiels.
In der Folge beruhigte sich das Spielgeschehen auf beiden Seiten. Beide Teams gingen hoffnungsvoll mit dem 0:0 in die Kabine. Zur Halbzeit brachte die Einwechslung von Kabuya neuen Schwung: In der 51. Minute kam Besa gleich zum ersten Torversuch der zweiten Hälfte – sein Volleyschuss flog jedoch über das Tor.
Besa versuchte nun, das Spiel mehr und mehr in die richtige Bahn zu lenken, ohne jedoch konkret zu werden. Bis zur 60. Minute, als der erste verwertbare Konter über die linke Seite erneut mit Bouazzi in der Hauptrolle endete – sein Schuss bereitete Torhüter Grob aber keine Probleme.
Dann kamen die Schrecksekunden in der 69. Minute: Zug eroberte einen schlecht gespielten kurzen Eckball, setzte blitzschnell zum Konter mit mehreren Spielern an. Von der Geschwindigkeit dieser Ausführung war auch der Schiedsrichter-Assistent überrascht – der Zuger Angreifer Ardi Molliqaj befand sich bei der Ballabgabe in seiner eigenen Platzhälfte und spurtete alleine auf unser Tor zu. Doch der Pfiff ertönte: Abseits. Eine knappe Entscheidung, mit sehr viel Glück für die Besa-Abwehr, denn Molliqaj wäre vermutlich alleine auf Bracher zugestürmt und wer weiss, wie das Resultat wenige Sekunden später ausgesehen hätte.
Besa musste in dieser Phase kurz wieder zu sich finden. In der 79. Minute hätte Halilaj die Gäste aus Biel in Führung bringen können. Einen perfekt getimten Ball in die Tiefe spielte Maksuti, der von der energischen Intervention Hofers profitiert hatte. Halilaj konnte den Ball aber nur an Torhüter Grob vorbeispitzeln, nicht jedoch ins Tor.
Am Ende können beide Teams mit diesem Punkt leben. Es war das erwartet komplizierte Spiel, in dem es ganz sicher auch darum ging, nicht zu verlieren, aber lieber zu gewinnen. Zug, technisch eigentlich sehr gut, hatte mit dem physisch robusten Gegner seine liebe Mühe und kam kaum zu Torchancen. Besa setzte auf lange Bälle in die Spitzen und blieb defensiv stabil aber auch zu harmlos im Abschluss. Nun stehen wir seit zwei Spielen ohne erzieltes Tor da und müssen nun gegen Delémont endlich den ersten Dreier der Rückrunde holen – für die Moral und den weiteren Saisonverlauf enorm wichtig.
Meisterschaft – 1. Liga
Zug 94 – FC Besa Biel 0:0.
Herti Allmend, Zug. – 231 Zuschauer. – SR: Weber.
Tore: Fehlanzeige.
Zug 94: Grob – Nitaj (90. Büeler), Sulimani, Claser, Trachsel – Martin, Limani (77. Cavar), Miranda, Barreiro (61. Molliqaj) – Teichmann, Saponja (61. Selishta).
FC Besa Biel: Bracher – Kracke, Preite, Jakob, Simmen – Mourelle (85. Holzer), Sheholli – Hamidi (46. Kabuya), Osmanovic (77. Halilaj), Celik (77. Hofer) – Bouazzi (66. Maksuti).
Bemerkungen: Besa ohne Aliu (gesperrt), Berger, Doutaz, N. Doutaz (alle verletzt), Cani, Kurtishaj, Luciano (alle nicht im Aufgebot).
Karten: 50. Trachsel (gelb, Foul), 87. Cavar (gelb, taktisches Foul).
Bild: Zug 94