Skrzypczaks Spass im Seeland

Der bald 58-Jährige trainiert seit diesem Sommer den FC Besa Biel und fühlt sich in seiner Rolle ausgesprochen wohl. Mannschaft, Führung, Infrastruktur – “es passt einfach”.

Die Begeisterung ist unüberhörbar. “Wir haben hier ideale Trainingsbedingungen. Und wenn in der Tissot-Arena der Einbau des Kunstrasens vollendet ist, dürfen wir unsere Heimspiele wieder in diesem wunderbaren Stadion austragen”, sagt Dariusz Skrzypczak. “Und ich bin Teil eines Vereins, in dem ich so viele fussballverrückte Menschen angetroffen habe – und wenn ich fussballverrückt sage, meine ich das durch und durch positiv. Das sind Leute, die alles für den FC Besa Biel tun und das Beste für den Klub wollen.”

Positive Erinnerungen an Rotkreuz
Skrzypczak ist seit diesem Sommer Trainer des Erstligisten, der erst vor einem Jahr in die 1. Liga Classic aufgestiegen ist. Der bald 58-jährige Pole bringt einen reichen Erfahrungsschatz mit, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Als Aktiver war er Profi bei Lech Posen, ehe er in die Schweiz wechselte und neun Jahre beim FC Aarau verbrachte.

In Holziken, ganz in der Nähe von Aarau, hat er sich mit seiner Familie niedergelassen und ist nur temporär fortgezogen. Dann etwa, wenn er in Polen engagiert war. 2019 arbeitete er als Assistenztrainer bei Lech Posen, übernahm ein Jahr später die Chefrolle bei Stal Mielec und war 2021/22 wieder Assistent, diesmal bei Rakow. Danach kehrte er wieder in die Schweiz zurück und betreute ab 2023 den FC Rotkreuz. Auch wenn er kurz vor Ende der vergangenen Saison freigestellt wurde, sagt er: “Die Erinnerungen an die Zeit in Rotkreuz sind mehrheitlich positiv.”

Dariusz Skrzypczaks Auszeit war nur von kurzer Dauer. Arzen Ramadani kontaktierte ihn, der Sportchef von Besa Biel, mit dem er immer wieder losen Kontakt hatte. Daraus entstand eine Zusammenarbeit, die sich gut angelassen hat. Aus den ersten zwölf Spielen dieser Saison resultierten 18 Punkte – nach sechs Siegen. Bislang gab es noch kein einziges Unentschieden. Alles in allem ergibt das Zwischenrang 8.

Luft nach oben in der Defensive
“Das Team hat enormes Offensivpotenzial”, sagt der Coach. “Luft nach oben haben wir noch, was das Defensivverhalten angeht.” Das belegt die negative Tordifferenz: 20 erzielten Treffern stehen 26 kassierte gegenüber. Aber Skrzypczak ist deswegen nicht etwa beunruhigt: “Wir befinden uns in einem Prozess und lernen aus Fehlern. Wir haben einige Partien unnötig verloren. Doch das wirft uns nicht um.”

Das ist es, was er in Biel anstrebt: eine kontinuierliche Verbesserung der Mannschaft und der einzelnen Spieler. “Wir arbeiten daran, spielerische Fortschritte zu erzielen”, erklärt er. In der vergangenen Meisterschaft bangte der Klub lange um den Ligaerhalt. Am Ende betrug der Vorsprung auf Absteiger Rotkreuz lediglich drei Punkte. Entsprechend vorsichtig formuliert Skrzypczak die Zielsetzung: “Wir wollen unbedingt in der 1. Liga Classic bleiben – und uns da etablieren.”

Sheholli, der 37-jährige Routinier
Sein Vertrag ist zwar bis Ende Juni 2026 befristet, aber er kann sich heute vorstellen, länger in Biel zu bleiben. Mehrmals pro Woche fährt er aus dem Aargau ins Seeland, aber ihm macht das überhaupt nichts aus. Weil es sich beim Trainerjob für ihn nicht um knallharte Arbeit handelt, sondern primär um eine Herausforderung, die ihm Spass macht. Er hat eine Mannschaft beisammen, in der Routiniers wie der Challenge-League-erprobte Labinot Sheholli vorangehen. Sheholli, 37 und Captain, ist für Skrzypczak die rechte Hand auf dem Feld.

Umgeben ist er auch von jungen, talentierten Fussballern, in denen der Coach viel Potenzial erkennt. Und eben: Da ist das Umfeld, das sich mit viel Leidenschaft um das Wohl des Vereins kümmert. “Ich kann mich wirklich nicht beklagen”, sagt Dariusz Skrzypczak. “Ich bin dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe.” Weiter geht es für ihn und sein Team nun am Samstag mit dem Auswärtsspiel gegen den FC Schötz um 16 Uhr. (pmb.)

[EL / PL]

Originalbeitrag auf der Webseite der ersten Liga hier abrufbar.

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