Heimniederlage gegen Solothurn
Bei frühlingshaften 12 Grad fanden sich über 650 Zuschauer in der Tissot Arena ein, um den Rückrundenauftakt des FC Besa Biel gegen den FC Solothurn zu verfolgen.
Die Gäste aus Solothurn legten von Beginn weg druckvoll los, liefen hoch an, provozierten Fehler und kamen so zu viel Ballbesitz. In der 10. Minute drosch der omnipräsente Mehidic einen Freistoss aus 25 Metern an die Latte – Bracher wäre hier wohl geschlagen gewesen. Kurz darauf setzte Gjidoda den Ball neben das Tor, stand jedoch im Abseits. In der nächsten Aktion lancierte Mourelle den in die Tiefe startenden Hamidi mustergültig, der nicht im Abseits stand, aber aus unerklärlichen Gründen ins Stocken geriet und die vielversprechende Chance im Keim erstickte.
In der 12. Minute gelang es Mehidic, dem ansonsten starken Aliu den Ball abzunehmen und Gjidoda in der Mitte zu bedienen. Dessen Abschluss konnte Kracke jedoch spektakulär auf der Linie retten.
In der 27. Minute leitete Besa dann erstmals einen gefährlichen Konter über die rechte Seite ein: Kracke spielte auf Maksuti, der zu Hamidi weiterleitete und im Strafraum zumindest fragwürdig zu Fall gebracht wurde – der anschliessende Schuss von Holzer flog jedoch deutlich über das Tor. Besa fand in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht ins Spiel. Zu viel Hektik und Undiszipliniertheit prägten die Aktionen im Ballbesitz.
In der 34. Minute hätte Kracke die Hausherren dennoch in Führung bringen können. Nach einem tollen Seitewechsel von Osmanovic tauchte der Rechtsverteidiger plötzlich vor Gashi auf; sein Abpraller wäre beinahe im Tor gelandet, doch der Solothurn-Keeper klärte mit einer starken Abwehr zum Eckball.
In der 39. Minute ging Solothurn dann in Führung: Kracke hatte im Mittelfeld zum Dribbling angesetzt, Djaoudi tackelte sich den Ball energisch weg. Den eroberten Ball spielte Moser geschickt erneut auf den linken Flügel zu Djaoudi, der sich nicht zweimal bitten liess und das 0:1 erzielte.
Kurz vor der Pause vergab Besa die beste Chance zum Ausgleich (43.): Preite sah den tief startenden Sheholli, dessen Hereingabe Maksuti nicht erreichte. Gashi parierte den ersten Versuch, doch Maksuti reagierte blitzschnell und legte im 5-Meter-Raum zurück auf Sheholli – dessen Schuss strich knapp am Tor vorbei. Das wäre das erlösende 1:1 gewesen.
Nach der Pause versuchte es Sheholli in der 50. Minute mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel – erneut war Gashi zur Stelle. In der Folge wurden die Angriffsbemühungen unserer Mannschaft intensiver. Mit viel Wut im Bauch wollte man zumindest den Ausgleich erzwingen. Die vielen kleinen Fouls und Unterbrüche des Gegners verhinderten jedoch einen geordneten Spielfluss.
Mit der Einwechslung weiterer Offensivkräfte versuchte Trainer Skrzypczak, den Rückrundenstart wenigstens mit einem Punkt zu gestalten. Dennoch schafften es die Solothurner immer wieder, sich Räume zu verschaffen und zu gefährlichen Kontern anzusetzen. Wirklich zwingende Torchancen blieben auf beiden Seiten jedoch Mangelware.
In der 57. Minute übersah Luciano den gut mitgelaufenen Osmanovic – ein Querpass auf ihn hätte vermutlich den Ausgleich bedeutet. Stattdessen entschied er sich für den Abschluss auf eigene Faust.
Die deutlich offensivere Ausrichtung von Besa zwang die Gäste zu vielen langen Bällen, ohne dass diese wirklich gefährlich wurden. Die Hausherren vermochten es in dieser Phase jedoch nicht, mehr Kapital daraus zu schlagen.
In der 83. Minute stand Osmanovic bei einer Hereingabe von Kracke nach Ansicht des Schiedsrichtertrios im Abseits. Bei genauer Betrachtung der Bilder ist diese Entscheidung zumindest sehr knapp und schwierig zu beurteilen – vermutlich irritierte die Positionierung von Bouazzi den Linienrichter. Nach dem Querpass von Osmanovic zu Bouazzi und dem nicht gegebenen Treffer zum 1:1 wurde die Aktion zurückgepfiffen. Gleiche Höhe wäre die korrekte und folgerichtige Entscheidung gewesen.
So endete eine Partie mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten mit einer 0:1-Niederlage. Die bittere Erkenntnis: Mit einer mutigeren, entschlosseneren und disziplinierteren Vorstellung wäre ein Sieg gegen diesen Gegner durchaus möglich gewesen. So aber bleibt Solothurn in beiden Duellen dieser Saison gegen Besa siegreich und überholt uns auch in der Tabelle.
Meisterschaft – 1. Liga
FC Besa Biel – FC Solothurn 0:1 (0:1).
Tissot Arena. – 650 Zuschauer. – SR: Asani.
Tor: 0:1 Djaoudi (39.).
FC Besa Biel: Bracher – Kracke, Preite, Aliu, Simmen (46. Jakob) – Holzer (46. Luciano), Sheholli – Hamidi (74. Celik), Mourelle (64. N. Doutaz), Osmanovic – Maksuti (64. Bouazzi).
FC Solothurn: Gashi – Kohler (90. Stuber), Bitterli, Schläppi, Loosli – Koekenbier (70. Pfäffli), Moser (70. Urso) – Mehidic, Djaoudi – Stjepanovic, Gjidoda (70. Zimmermann).
Bemerkungen: Besa ohne Berger, Doutaz (beide verletzt), Cani (Ausland), Halilaj, Hofer, Kabuya, Kurtishaj (alle nicht im Aufgebot).
Karten: 16. Mourelle (gelb, Foul), 17. Kohler (gelb, Foul), 28. Simmen (gelb, taktisches Foul), 43. Schläppi (gelb, Foul), 45. Aliu (gelb, Foul), 80. Mehidic (gelb, Foul), 80. Kracke (gelb, Foul), 83. Sheholli (gelb, Reklamieren), 89. Stjepanovic (gelb, Ballwegschlagen).