Derby-Niederlage zum Auftakt in den Seelandcup

Besa Biel unterliegt einem clever aufspielenden FC Prishtina mit 1:4 und verpasst somit die Chance, den Finalspielen einen Schritt näher zu rücken. 

Der Auftakt in die neue Saison hätte emotionaler kaum sein können: Das ewige Derby zwischen dem FC Besa Biel und dem FC Prishtina Bern stand zum Start des 30. Seelandcups an – ein Prestigeduell, das auch in der Vorbereitung seinen besonderen Reiz behält. Die Erwartungen an die neuformierte Besa-Mannschaft unter Neo-Trainer Skrzypczak waren hoch, doch der Auftakt ging mit 1:4 deutlich verloren. Dabei war der Gegner keineswegs überlegen, sondern vor allem clever: Prishtina stand tief, verdichtete geschickt das Zentrum und setzte auf ihre schnellen Flügel Bauer und Pereira – mit Erfolg.

Testspiel 2025/2026

(1)
FC Besa Biel
FC Prishtina Bern
1 - 4
Endergebnis

Furioser Beginn – Chancen auf beiden Seiten

Schon nach wenigen Sekunden wurde klar: Dieses Spiel wird kein Testspiel im üblichen Sinne. Bauer knallte in der ersten Minute einen Weitschuss an die Latte. Im direkten Gegenzug kam Krasniqi nach feinem Steilpass von Halilaj zum Abschluss, scheiterte aber an Baumann. Spätestens in der 10. Minute hätte Besa in Führung gehen müssen – Hamidi lief nach einem perfekten Pass in die Tiefe von Osmanovic allein auf den Torhüter zu, konnte seinen Ex-Mannschaftskollegen Baumann im 1-gegen-1 jedoch nicht überwinden. Und wie so oft im Fussball: Wer sie vorne nicht macht, kassiert sie hinten. Im direkten Gegenzug vollendete Pereira nach Vorarbeit von Pajaziti zum 0:1 (12.). Nur vier Minuten später erhöhte Bauer nach einem Steilpass von Rhodes auf 0:2 (16.). Besa wirkte geschockt. Die neu formierte Abwehrreihe um Kapitän Sheholli bekam die schnellen Angreifer von Prishtina nicht in den Griff. In der 20. Minute fiel bereits das 0:3 – erneut nach einem Ballverlust im Spielaufbau. Prishtina konterte gewohnt gnadenlos. Wieder war es Pajaziti, der den Ball zu Pereira querlegte und letzterer dankend vollendete.

Besa bemüht – aber ohne Glück

Erst danach hatte Besa wieder etwas mehr Zugriff auf das Spiel. Sheholli versuchte es mit einem Freistoss aus der Distanz (36.) und Halilaj vergab kurz darauf eine gute Tormöglichkeit nach Flanke von Osmanovic (38.). Das offensive Bemühen war klar erkennbar, doch es fehlte an letzter Präzision und Kaltschnäuzigkeit.

Nach der Pause wechselten beide Teams kräftig durch, was dem Spielfluss etwas schadete. Doch Besa liess sich vom Zwischenstand nicht beirren. In der 54. Minute verkürzte Innenverteidiger Berger nach einer starken Ecke von Mourelle per Kopf auf 1:3 – ein Hoffnungsschimmer. Nur vier Minuten später hatte der eingewechselte Kurtishaj den Anschlusstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber erneut an Baumann. Die Partie war nun offener, Besa drückte.

Effektivität schlägt Initiative

Doch wieder war es Prishtina, das eiskalt zuschlug: In der 63. Minute brachte ein weiterer Konter das 1:4. Nach einer Flanke über rechts konnte Greub den Ball nicht entscheidend klären, Bauer reagierte am schnellsten und schob ein. Besa kämpfte weiter, doch die Kräfte liessen merklich nach. Prishtina hingegen verteidigte mit der nötigen Ruhe und lauerte weiterhin auf Umschaltmomente. In der 87. Minute verpasste Testspieler Hofer das mögliche 2:4 – freistehend nach einer Ecke von Mourelle schoss er jedoch über das Tor. Es war eine Szene, die sinnbildlich für den Spielverlauf stand: Besa war bemüht, aber nicht abgeklärt genug. Prishtina hingegen agierte kaltschnäutzig und wartete auf Fehler.

Fazit: Lehren statt Frust

Der 1:4-Endstand fällt angesichts des Spielverlaufs vielleicht etwas zu deutlich aus, doch der Sieg Prishtinas geht in Ordnung. Besa zeigte phasenweise gute Ansätze im Spiel nach vorne, scheiterte aber oft am eigenen Unvermögen oder an einem starken Baumann im Tor der Gäste. Defensiv war die Abstimmung in der neu formierten Viererkette noch nicht gegeben, was gegen solch schnelle Offensivspieler wie Bauer und Pereira sofort bestraft wurde. Trainer Skrzypczak wird wichtige Erkenntnisse aus dieser Partie mitnehmen. Die nächste Möglichkeit zur Wiedergutmachung gibt es bereits am kommenden Donnerstag, wenn die U-21 der Young Boys Bern wartet.

 

Seelandcup

FC Besa Biel – FC Prishtina Bern 1:4 (0:3).
Sportplatz Grien, Lyss. – 5000 Zuschauer. – SR: Gerber.

Tore: 0:1 Pereira (12.), 0:2 Bauer (16.), 0:3 Pereira (20.), 1:3 Berger (54.), 1:4 Bauer (63.).

FC Besa Biel: Tebib (46. Greub) – Kracke, Berger, Sheholli, Kishta – Mourelle – Hamidi (55. Hofer), Osmanovic (55. Celik), Krasniqi (55. Toumi) – Halilaj (55. Kurtishaj), Luciano (55. Bangoura).

Bemerkungen: Besa ohne Dakaj, Doutaz, Preite (alle Ferien), Beauquier, Beqaj, Karimi, Maksuti, Mushkolaj, Nushi (alle im Aufbau). Besa mit Kishta (2. Mannschaft) und Hofer (Testspieler).
Karten: 44. Krasniqi (gelb, Foul), 69. Mourelle (gelb, Foul), 87. Sheholli (gelb, Foul).

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