Besa stolpert erneut
Der FC Besa Biel kehrt mit leeren Händen und einer bitteren 1:4-Niederlage aus Schötz zurück – eine Partie, die erneut die Schattenseiten der Mannschaft von Trainer Skrzypczak enthüllte.
Nur eine Woche nach dem überzeugenden 4:2-Sieg gegen den SC Buochs und einer tadellosen Kollektivleistung präsentierte sich Besa auf dem tiefen, unebenen Rasen des Sportplatz Wissenhusen wie schon bei der 0:6-Demütigung in Bassecourt: fahrig, defensiv anfällig und unfähig, einen angeschlagenen Gegner zu bezwingen. Der FC Schötz, der vor diesem Spiel aus fünf Partien magere vier Punkte geholt hatte, nutzte die Geschenke der Gäste eiskalt und feierte dank eines überragenden Stephan Andrist einen verdienten Heimsieg.
Dabei hatte für Besa alles vielversprechend begonnen. Mit dem Selbstvertrauen des Buochs-Erfolgs liess man den Ball trotz der schwierigen Platzverhältnisse zirkulieren. Schötz lauerte abwartend, mit dem klaren Plan, keinen frühen Rückstand zu riskieren und auf Lücken zu hoffen. In der 11. Minute kombinierte die Skrzypczak-Elf sehenswert über den linken Flügel, Hamidi zwang Schädeli zu einer ersten Parade. Kurz darauf eroberte Besa den Ball erneut, Sheholli verzog jedoch knapp.
Entgegen jeder Logik lagen die Gastgeber in der 14. Minute vorn. Eine kurz ausgeführte Ecke wurde nicht unterbunden, Mijatovics Flanke segelte durch den Fünfmeterraum, Kapitän Hodzic übersprang Preite und köpfte ein – 1:0. Fassungslosigkeit bei den Gästen. Besa bemühte sich um den Ausgleich, doch Preite vertändelte einen Einwurf von Toumi. Schötz schaltete blitzschnell: Andrist bediente den in die Tiefe startenden Schär, der uneigennützig auf Pululu querlegte – 2:0 (20.), der Ball rutschte zwischen den Beinen von Doutaz ins Netz.
Ein Schock für Besa, das nun das Diktat übernehmen musste, ohne die Ordnung zu verlieren. Schötz beschränkte sich auf lange Bälle in die Spitze, in der Hoffnung, dass Torgarant Andrist zaubern würde. In der 31. Minute belohnte sich Besa für den Willen: Toumi setzte sich rechts durch, flankte präzise, Bangoura köpfte seinen ersten Saisontreffer ein – 1:2. Toumi verbuchte damit seinen vierten Assist der Spielzeit. Kurz vor der Pause (40.) drang Osmanovic rechts ein, fand Mourelle, dessen abgefälschter Schuss zu einem Corner führte.
Zur Halbzeit blieb Mushkolaj verletzungsbedingt in der Kabine, Nolan Doutaz ersetzte ihn. Besa drängte auf den Ausgleich: In der 54. Minute lief Hamidi allein auf Schädeli zu, nach einem Steilpass von Osmanovic – doch der Schötz-Keeper parierte glänzend. Statt 2:2 fiel zwei Minuten später das 3:1: Konter über links, Rüedi sah Andrist, der trocken einschoss (56.). Vier Minuten später wiederholte sich das Abwehrdesaster bei einer kurzen Ecke: Schärs Torschussversuch wäre ins Toraus gerollt, doch der Ball sprang Andrist genau vor die Füsse, der aus abseitsverdächtiger Position zum 4:1 einschob (60.). Der 37-Jährige feierte damit seinen 100. Treffer im 103. Spiel für Schötz, eine Quote von nahezu einem Tor pro Partie. In dieser Saison steht er bei zwölf Treffern, gegen Besa lief er gefühlt 2500 Meter und wurde dennoch zum Matchwinner. Ihm fehlen nur noch drei Tore zum alleinigen Rekordtorschützen des Klubs – Respekt vor dieser Leistung.
Bei Besa war danach die Luft raus. Einzig Hofers Abschluss (76., knapp neben das Tor) blieb nennenswert. Schötz kontrollierte die offensiver ausgerichteten Gäste und vergab Konterchancen, darunter in der Nachspielzeit Vernocchis Fehlschuss aus zwei Metern nach Andrist-Vorarbeit.
Die Niederlage wiegt schwer: Toumi, derzeit in Topform, fehlt gegen Langenthal gelb-rot-gesperrt. Am kommenden Sonntag trägt die Mannschaft erstmals nach einem halben Jahr wieder ein Meisterschaftsspiel in der Tissot Arena aus – auf dem neu verlegten Kunstrasen. Langenthal sucht ebenfalls den Rhythmus – zuletzt kassierte Jacobaccis Team eine 1:3-Pleite in Buochs. Für Besa gilt es, die schwankende Form abzulegen und die Konstanz zu finden, die in guten Momenten bereits aufblitzt.
Meisterschaft – 1. Liga
FC Schötz – FC Besa Biel 4:1 (2:1).
Wissenhusen, Schötz. – 410 Zuschauer. – SR: Mihajlovic.
Tore: 1:0 Hodzic (14.), 2:0 Pululu (20.), 2:1 Bangoura (31.), 3:1 Andrist (56.), 4:1 Andrist (60.).
FC Schötz: Schädeli – Costa, Bühler, Hodzic (46. Dassaul), Mijatovic – Schär (85. Frey), Benaziza (74. Gehrig) – Pululu (66. Ait Said), Rüedi, Fejza (74. Vernocchi) – Andrist.
FC Besa Biel: Tebib – Toumi, Preite (79. Maksuti), Doutaz, Mushkolaj (46. N. Doutaz) – Sheholli (70. Hofer) – Mourelle, Osmanovic – Hamidi (67. Halilaj), Bangoura (67. Bouazzi), Celik.
Bemerkungen: Besa ohne Beauquier, Karimi, Rexhaj (alle verletzt), Berger, Kurtishaj, Nushi (alle nicht im Aufgebot), Kracke (gesperrt), Luciano (krank).
Karten: 20. Toumi (gelb, Foul), 24. Sheholli (gelb, Foul), 42. Mushkolaj (gelb, Foul), 48. Costa (gelb, taktisches Foul), 73. Osmanovic (gelb, Foul), 83. Schädeli (gelb, Zeitspiel), 84. Toumi (gelb-rot, Foul).